Alles bleibt anders – im Leben unsrer Gemeinde

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2013 war das Jahr mit unsrer Vikarin Isabell Mans. Sie begleitete viele Veranstaltungen, sie übernahm immer wieder Verantwortung für eigene Bereiche und Vieles wäre sonst in unsrer Gemeinde so nicht möglich gewesen. Wir erinnern an die „Junge Leute Gruppe“, die sie zusammenrief, auch an die Tauffreizeit Anfang Januar und die Familienfreizeit in Neustadt im April, die sie begleitete, den Kirchentag in Hamburg im Mai und vor allem die Vertretung während der Sabbatzeit von Pastorin Corinna Schmidt zwischen August und Mitte Oktober in Bad Oldesloe, Lübeck und Hamburg.

Auch gestaltete sie immer wieder Gottesdienste bis hin zum Heiligabendgottesdienst in Hamburg.

Für uns alle war es eine bereichernde und gute Zeit. Wir Hauptamtlichen freuen uns sehr, dass Kirchenrat und Gemeinde bereit waren, diesem Vikariat zuzustimmen und so einer jungen mennonitischen Theologin die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln und sich in der Praxis zu erproben zum Gewinn aller. Insofern war 2013 für uns ein besonderes Jahr, auch wenn etliches von dem, was wir erlebten, jedes Jahr wiederkehrt. Alles bleibt gleich und ist doch anders.

Neue Menschen finden sich in unserer Gemeinde ein, sie interessieren sich für den christlichen Glauben aus mennonitischer Sicht oder sie kommen zum Studium nach Hamburg oder sie entdecken verschüttete mennonitische Wurzeln in ihrer Familie und sind froh, bei uns eine neue geistige Heimat zu finden. Wie wichtig sind dabei unsere Gastfreundschaft und unser Interesse an noch nicht bekannten Menschen! Wir danken Euch, wir danken Gott für diese freundliche Offenheit, die er uns immer wieder schenkt und die die anderen spüren. Und immer wieder bereichern uns Menschen, in dem sie von dem berichten, was sie erlebt haben und wie Gott in seiner Welt wirkt. Ganz unterschiedliche Veranstaltungen und Wege gab es da: das menno-FORUM, beim Menno-Simons-Predigtpreis oder wenn junge Leute für ein Jahr ins Ausland gehen und wir sie unterstützen dürfen oder wenn unsere Gemeindeglieder sich in der Ökumene in der Stadt (Hafencity) oder weltweit engagieren und z.B. mit dem peacetrain zur ÖRK Vollversammlung nach Busan/Korea fahren. Wir merken, dass wir nicht alleine, sondern als Teil einer großen christlichen Gemeinschaft gemeinsam unterwegs sind.

Umbrüche gab es durch den Wechsel von unseren Sekretärinnen: Sonja Bartel ging und Manuela Bolick kam. Aufbrüche gab es in der Organisation unseres Friedhofes, Hans Peter Scholte ging und Florian Neugebauer kam, was auch ein zusätzliches Engagement der Verantwortlichen im Kirchenrat hervorbrachte.

Immer wieder stehen Menschen vor der Tür und bitten uns um Hilfe. Doch 2013 haben wir durch die Zusammenarbeit mit dem Ev. Luth. Kirchenkreis Ost uns noch mehr um Bedürftige gekümmert und ihnen zum Teil auch Obdach gegeben. So betreuten wir eine junge afghanische Familie, die ihr neugeborenes Kind viel zu früh bekamen. Einer ghanaischen Familie mit zwei kleinen Kindern waren wir bei der Rücksiedlung nach Ghana behilflich, einer kurzfristig in Obdachlosigkeit geratenen anderen ghanaischen Familie mit zwei Kindern konnten wir eine Bleibe gewähren, bis sich für sie neue Möglichkeiten ergaben. Einer Sinti- und Roma Familie gibt die Gemeinde immer wieder praktische Hilfe, der Kontakt ist mittlerweile so gut, dass die kleine Antonella in einem Gottesdienst gesegnet wurde. Zur Weihnachtsfeier war fast die ganze Familie im Gottesdienst.

Wenn wir uns nach verschiedenen Seiten freundlich öffnen, ist es aber auch wichtig, dass wir uns darauf besinnen, was uns als Gemeinde trägt. In jedem unserer Gottesdienste erleben wir die Gemeinschaft mit Gott und untereinander. Auch gibt es Erlebnisse, die Gemeinschaft stiften, unsere Familienfreizeiten im Frühjahr und im Sommer, unsere Jugendfreizeit während des Evangelischen Kirchentages, unsere Gemeindefreizeit in Plön, unsere große Weihnachtsfeier unter Beteiligung vieler Familien, unsere mehrmaligen Kinder- und Frauentage, die neu ins Leben gerufenen Gemeindenachmittage in Wedel, aber auch unsere regelmäßigen Gruppen, von denen in den verschiedenen Berichten zu lesen ist. Alles bleibt, wie es war und ist doch jedes Mal ganz anders.

Es ist schön, all diese Vielfalt wahrzunehmen und gemeinsam neue Erfahrungen zu machen und dabei zu spüren, wie wir uns aufeinander verlassen können. Wir sind als kleine Gemeinschaft in der großen Gemeinde Gottes unterwegs. Allen, die mitwirken, allen die dabei sind, allen die wohlwollend kritische Anmerkungen geben, allen, denen unsere Gemeinde eine Herzens- und Glaubensangelegenheit ist, wollen wir aufrichtig für die Unterstützung und die Gemeinschaft danken. Und wir danken Gott, unserem Schöpfer, in Jesus Christus, dass er uns durch das Jahr begleitet hat mit der Zuversicht der Jahreslosung fürs neue Jahr:

„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ (Psalm 73, V 28).

Pastorin Corinna Schmidt und Pastor Bernhard Thiessen

 

Predigendenkreis

In der ersten Jahreshälfte beschäftigte sich der Predigendenkreis immer wieder mit dem Thema Kirchentag. Die ersten Gedanken zum Taufunterrichtskonzept wurden hier angestoßen und eine Gruppe um Maren Schamp-Wiebe, Bernhard Thiessen und anderen gebildet, die sich diesem Thema ausschließlich widmen sollte. Die ersten Überlegungen zur Gemeindefreizeit wurden im Predigendenkreis gemacht. Die Gemeindefreizeit wurde gut aufgenommen, es gab viele Teilnehmer, auch viele neue Gäste.
Die außerordentliche Gemeindever-sammlung bestimmte im Oktober die Inhalte des Predigendenkreis. Die Ge-meindeversammlung legte dem Kirchenrat Vorschläge für etwaige Themen vor. Eine Gemeindeversammlung, die sich nur den inhaltlichen Themen der Gemeinde widmete, hielt der Predigendenkreis für sehr wichtig. Auch die gute Aufnahme der Gemeindeglieder bestätigte diese Wichtigkeit. Außerdem war der Lampedusagottesdienst ein weiteres Thema, der im Vorfeld kontrovers diskutiert wurde und aufgenommen wurde.

Junge-Leute-Gruppe

Die Junge-Leute-Gruppe gibt es nun schon seit 1 ½ Jahren. Sie trifft sich in der Regel am ersten Sonntag eines Monats. Im Laufe der Zeit gab es einige Wegzüge von Menschen aus der Gruppe in andere Städte. Das bedauerten Jonathan Dibbert und Niklas Peemöller sehr und auch wir fanden, dass sehr schade. Hin und wieder bekommen wir aber noch eine Nachricht und wir bleiben – dank der sozialen Netzwerke (im Internet) – in Verbindung! Nun stehen weitere Wegzüge an: Sowohl von Judith und Joel Driedger und auch von mir. Dennoch bleiben genug Menschen übrig (es gibt ja auch Zuzüge!), die sich nun verstärkt einzelnen Projekten widmen wollen; so soll die nächsten Monate das Thema „Gottesdienst“ dran sein. Wie kann man Gottesdienst für junge Leute attraktiver machen, aber auch so, dass es für alle anderen stimmt. Das soll dann auch später im Gespräch mit den Pastoren und Predigenden geschehen! Es gab auch die Idee, mit den Jugendlichen im Austausch ein Projekt / Projekte zu ent-wickeln bspw. zum Thema Flüchtlinge. Wer weiß, welche Ideen noch entstehen können. Ich wünsche mir jedenfalls, dass die Junge-Leute-Gruppe die Gemeinde bereichert und umgekehrt, dass die Ge-meinde, der Gruppe und ihren Ideen mit Offenheit begegnet.

Vikariat

Meine 17-monatige, herausfordernde, bereichernde und abwechslungsreiche Ausbildung an drei verschiedenen Ausbildungsorten ist nun vorüber. Ein Monat früher als gedacht. Aber ich fühle mich nun gut ausgestattet und „gewappnet“ für weitere Aufgaben. Ich konnte hier sehr wichtige Lebenserfahrungen sammeln, die mich professionell, aber auch menschlich unglaublich bereichert haben. Den ganzen Umfang kann ich noch gar nicht ermessen, daher ist das Jahr in Genf, das ich nun antreten werde, auch ein Reflektionsjahr des Erfahrenen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Seelsorgezeit im Juni eine der Zeiten dargestellt hat, die mich in meiner Wei-terentwicklung am meisten geprägt hat. Die Sabbatzeit zwei Monate später war dann eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance, die eigenen Grenzen kennen zu lernen und natürlich das Berufsleben in Gänze zu erleben.

Die Gemeinde war gleichzeitig Arbeitsstelle, an dem ich meinen Dienst an den Menschen tun konnte, aber auch Dienst an Gott! Sie war der Ort, an dem ich diente, aber auch ein Netz für mich: Ich habe in der Zeit viel Unterstützung aus der Gemeinde erfahren! Und ich danke euch für die Offenheit und Herzlichkeit, mit der ihr mir begegnet seid! Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Mentorin Corinna Schmidt, die sehr viel Zeit in meine Ausbildung investierte und sich viel Zeit für meine Gedanken nahm und sie Ernst nahm, ganz besonders seelsorgerlich hat sie mir viele Impulse gegeben und war mir ein Vorbild! Bedanken möchte ich mich auch bei Bernhard Thiessen, der mir dann in der Sabbatzeit von Corinna Schmidt als erster Mentor zugeordnet war. Auch er nahm sich Zeit, meine Gedanken anzuhören und gab mir u.a. für das Predigen wichtige Hilfestellungen.

Jeder Einzelne in der Echo-Gruppe, Ruth Wedel, Joel Driedger, Judith Driedger, Hans Eckhard Wiens, gab mir wichtige Impulse aus unterschiedlichen Perspekti-ven. Dafür bin ich sehr dankbar und fin-de es sehr schade, diese lieben Wegbegleiter nun nicht mehr (zumindest in dieser Konstellation) zu haben. Ich wünsche Euch / Ihnen und der Gemeinde Gottes Segen.

Isabell Mans

 

Jahresbericht 2013 aus Wedel

Unser neues Jahr 2013 begann leider mit einer traurigen Nachricht: am 1. Januar ist Heinrich Koppert, der uns allen lieb und teuer war, verstorben. Er hatte die vielen Jahre, die er bei uns in Wedel lebte, sehr aktiv im Gemeindeleben mitgewirkt. Um „Haus und Hof“ hat sich wie immer mit großer Freude und Einsatz, auch wenn es beschwerlicher wird, Johannes Krüger gekümmert. Er hält hier nach wie vor alle Fäden in der Hand. Wir haben neben den Gottesdiensten auch zwei sehr schöne Gemeindenachmittage mit Gästen aus der Hamburger Gemeinde verbracht. Da war am 8. Juni das Sommerfest und am 7. Dezember unsere Adventsfeier. Hier waren jeweils mehr als 30 Personen anwesend und wir haben eine gute, harmonische Zeit miteinander verbracht.

Da unsere Gruppe inzwischen nur noch aus maximal 12-15 Personen besteht, würden „wir Wedeler“ uns freuen, wenn unser Haus öfter mal etwas voller wäre. Daher möchten wir „die Hamburger“ ganz herzlich auch zum Besuch eines Gottesdienstes nach Wedel einladen, da es den Wedelern inzwischen allen zu beschwerlich ist, am Sonntagmorgen und auch bei anderen Begebenheiten, nach Hamburg zu fahren. So könnte man das Zusammengehörigkeitsgefühl auch wieder etwas stärken (oder neu aufleben lassen)!
Bis dahin, liebe Grüße aus Wedel

Angelika Peemöller

 

Kirchenrat

Der Kirchenrat traf sich im Jahr 2013 zu 11 Sitzungen und einer Klausurtagung, um seine satzungsmäßigen Aufgaben wahrzunehmen. Kirchenratsmitglieder und Delegierte aus der Gemeinde vertraten uns auf Vereinigungs- und AMG- Ebene und im ökumenischen Kontext. Axel Brix und Thomas Schamp haben nach der Bekanntgabe der negativen Bilanz des letzten Jahres zusammen mit Dagmar Foth, Bernhard Thiessen und dem Kirchenrat verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um möglichst schnell wieder einen ausgeglichenen Haushalt (ausgenommen die zusätzlichen Baumaßnahmen) zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Bereiche verändert. Unsere neue Sekretärin Manuela Bolick arbeitet nur noch drei Stunden je Vormittag, die Arbeitsverhältnisse auf dem Friedhof, die Preisliste und die Friedhofsverwaltung wurden erweitert, aktualisiert und geändert.

Florian Neugebauer hat sich im letzten Jahr sehr für den Friedhof und sein Vorankommen eingesetzt. Wir gehen davon aus, dass die Friedhofseinnahmen sich noch etwas steigern lassen. Ebenso haben wir die Mieten der Kellerlagerräume erhöht und die Heizung auf Erdgas umgestellt. Wir haben versucht mit Augenmaß notwendige Sparmaßnahmen einzuleiten und Einsparpotentiale ausgeschöpft. Inhaltlich haben wir uns intensiv mit den Flüchtlingssituationen von Asylbewer-bern beschäftigt und uns über die Notwendigkeit und Möglichkeit von Kirchenasyl bei der ev. Nordkirche informiert, unter der Prämisse, ein solches Kirchenasyl eventuell selbst einzurichten. Wir haben unsere Kellerräume dreimal für mehrere Wochen zwei Familien aus Ghana und einem afghanischen Ehepaar zur Verfügung gestellt. Insgesamt empfinden wir unsere Gemeinde als offen für diese Thematik, wollen uns aber auch nicht durch ständige Beherbergung überfordern.

Um unser Kirchgebäude wird in den nächsten Jahren das „Tucholsky-Quartier“ entstehen. Dazu wird der Schulkomplex abgerissen und das Gelände neu bebaut. In diesen öffentlichen Planungsprozess haben wir uns aktiv eingemischt und versuchen unseren Interessen nach ausreichend Parkplätzen und seniorengerechten Wohnungen in Kirchennähe zusammen mit der ev. Gebetsgemeinde und der Pauluskirche Gewicht zu geben. Zu unserer Nachbargemeinde im gleichen Gebäude hat sich der Kontakt intensiviert. Es gab zwei Treffen auf Vorstandsebene und mehrere andere Berührungspunkte. Zum anstehenden 100sten Gebäudejubiläum soll ein Erinnerungsbuch mit Geschichten zur Kirche gemeinsam herausgegeben werden.

Momentan wägt der Kirchenrat gerade ab, ob es sinnvoll und finanziell möglich ist, einen amerikanischen Studenten als Freiwilligen für ein Jahr in der Gemeinde zur Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen.

Im Februar 2014 läuft die Amtszeit von Maren Schamp-Wiebe aus. Nach 14-jährigem Einsatz für den Kirchenrat scheidet sie aus und will sich nach einer Pause anderen Aufgaben in der Gemeinde widmen. Wir danken Maren Schamp-Wiebe herzlich für ihre Arbeit im Kirchenrat und der Kinder- und Jugendarbeit.

Joel Driedger wird die Gemeinde als neuer Pastor der Berliner Mennonitengemein-de verlassen und legt sein Kirchenratsamt nieder. Wir danken Joel für die Impulse und die Mitorganisation des „mennoFORUMs“. Als Kirchenrat danken wir allen angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die unser Gemeindeleben gestalten, beleben und erfahrbar machen.

Thomas Schamp

Gelesen 6510 mal Letzte Änderung am Montag, 10 Februar 2014 09:39

Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.