CASH: ein szenisch-musikalischer Abend

geschrieben von  Markus Hentschel

Das Leben und die Musik von Johnny Cash in einer Stunde? Geht das? Ja, das geht, wenn man der Spur des späten Johnny Cash und seines Produzenten Rick Rubin folgt. Er hatte in den späten 90er Jahren durch einen minimalistischen, auf den Kern von Rhythmus und Harmonie reduzierten Sound für ein Comeback von Johnny Cash gesorgt. Johnny Cash und er hatten sich entschieden, Songs aufzunehmen, die das amerikanische Leben in seinen Höhen und Tiefen repräsentieren. Johnny Cash sang neben eigenen auch etliche Songs anderer Autoren.

Das Leben und die Musik von Johnny Cash in einer Stunde? Ja das geht, wie gut 30 Zuschauer/innen am Samstag, dem 22. April. 2017 von 18.00 – 19.00 in der Mennonitenkirche miterleben konnten. Anatoly Zhivago (als Johnny Cash), Anne Meyer zu Bergsten (als seine zweite Frau und sein „Lebensmensch“ June Carter) und Paula Tuschner (in wechselnden Rollen als seine Mutter, seine erste Frau und als Erzählerin) hatten sich in ihrem Musiktheater sinnvoller Weise entschieden, sechs markante Episoden aus Johnny Cashs Leben szenisch und musikalisch darzustellen: seine Jugend; seine erfolglosen Versuche, als Vertreter zu arbeiten, seine zögerlichen musikalischen Anfänge, sein beginnender Erfolg, seine Tablettenabhängigkeit, sein Konzert im Gefängnis Folsom State und sein Ende.

Die beeindruckenden Songs stammten alle von den beiden letzten Alben Cashs aus der Reihe „American“. Solitary man, One, I see a darkness, Hurt, I won’t back down. Allesamt Cover Songs, die man aber fortan eher mit Cash als mit den ursprünglichen Autoren verbindet. Hits von Cash selbst wie „I walk the line“ oder „Ring of fire“ wurden nicht zum besten gegeben.

Auch der vielleicht beeindruckendste Song „I hung my head“ stammt nicht von Cash selbst, sondern ist von Sting. Er erzählt in der Ich-Perspektive die Geschichte eines Mannes, der wie in Trance einen Menschen erschossen hat und nun auf sein Todesurteil wartet. Er akzeptiert es als gerecht. Der Song selber ist aber eine Klage gegen die Todesstra-fe. In Zeiten, in denen in Arkansas, dem Bundesstaat, in dem Cash geboren wurde, 8 Menschen in zwei Wochen hingerichtet werden, weil das Verfallsdatum für das dabei eingesetzte Gift abläuft, ist solch eine Anklage wieder nötig.

Die drei Künstler nutzten den Raum der Kirche wunderbar, indem sie die einzelnen Szenen an unterschiedlichen Orten in der Kirche spielten, ohne dass dies aufgesetzt wirkte. Es zeigte sich, dass die Kirche auch als „Kulturstätte“ zur Entfaltung kommt.
So etwas könnte es öfter geben.

Gelesen 838 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 03 Mai 2017 15:19

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Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.