Ich lasse dich nicht, Du segnest mich denn.

geschrieben von  Isabell Mans

Manchmal bin ich so richtig sauer – auf mich und die Welt. Früher bin ich dann richtig hart ins Gericht gegangen mit Gott. Ich habe meiner Wut Ausdruck verliehen. Heute mache ich das eher weniger. Wütend zu sein auf Gott, das bringt doch nichts. Außerdem habe ich dann ein schlechtes Gewissen. Andererseits; geht nicht auch Gott mit uns manchmal – oder später einmal hart ins Gericht. Und haben sich nicht auch die Psalmisten hart über Gott geäußert und geklagt und geschrien. Aber sie hatten ja nun auch wirklich Grund dazu – denke ich: Was die alles durchmachen mussten…was für Schicksale die hatten…!

In unserer Welt des Wohlstands was haben wir da eigentlich noch zu klagen – und doch… . Ich möchte, dass anhand der Jakobsgeschichte erläutern; Jakob ist auf einem Weg, auf einem Weg, auf dem er mit Gott kämpft und ringt. Hinter ihm liegt ein Familienkonflikt, der sich wie ein roter Faden durch sein Leben zog und nun hat er sich endlich dazu entschlossen, diesen Konflikt anzugehen und zu lösen. Bis dahin aber beißt er sich durch, hat Träume und Alpträume, er irrt umher, weiß nicht wohin er soll, flieht, hat Angst, tut das Falsche, rappelt sich auf, geht weiter und steht schließlich an einer Schwelle (des Jabbok), wo er vor die Wahl gestellt wird. Geht er weiter, setzt sich den Gefahren aus und gewinnt dadurch womöglich, oder geht er wieder zurück und gibt auf: Jakob klammert sich an Gott fest, kämpft und ruft aus: „Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.“

Er will den Weg ja gehen, der vor ihm liegt, aber er spürt, dass er es alleine nicht schafft: Gott segnet ihn schließlich und Jakob kann loslassen. Er ist ein neuer Mensch, immer noch der-selbe, aber irgendwie verwandelt; er trägt einen neuen Namen und er hinkt. Ganz „perfekt“ ist er aus dieser „Schlacht“ nicht hervorgegangen. Aber dennoch… . Schwer fällt es manchmal Hilfe anzunehmen und den inneren und äußeren Frieden wieder zu finden, aber Jakob wagt es und ruft: „Ich lasse dich nicht, Du segnest mich denn“ (1. Mose 32, 27).

Bild: „Jabbok“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jabbok.jpg#/media/File:Jabbok.jpg
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Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.