Haben wir Gutes empfangen von Gott...

geschrieben von  Ruth Wedel

... und sollten das Böse nicht auch annehmen? (Hiob2, 10) - Hiob ist ein geschlagener Mann. Trotz seines gottesfürchtigen, frommen Lebenswandels trifft ihn ein Unglück nach dem anderen. Seine Herden werden vom Blitz erschlagen, Knechte getötet, die Kinder unter einem einstürzenden Haus begraben. Wo hat Hiob gefehlt? Er ist sich keiner Schuld bewusst und fällt in tiefe Zweifel. Er zerreißt sein Gewand, fällt nieder zur Erde und betet. An dieser Stelle schauen wir Hiob ins Herz. Er hätte Gott fluchen können. Aber in all seiner inneren und äußeren Not betet er: „Der Herr hat‘s gegeben, der Herr hat‘s genommen, der Name des Herrn sei gelobt.“

Er weiß: Sein ganzes Sein liegt in Gottes Hand, die guten und die bösen Tage. Aber es kommt noch schlimmer: Satan macht sich mit Gottes Billigung noch einmal an Hiob heran und überzieht seinen Leib mit „bösem Geschwür“. Das ist zu viel für Hiobs Frau. „Fluche Gott und stirb!“ schleudert sie ihm entgegen.

Darauf Hiob: In seinem tiefen Elend weist Hiob mit diesen Worten, die von seiner Frömmigkeit und Lebensklugheit zeugen, seine Frau zurecht. Sein Vertrauen in Gottes gute Führung in seinem Leben scheint unerschütterlich. Aber wir wissen: Auch Hiob beginnt zu klagen, verflucht seine Geburt.

Er klagt Gott sein Leid: „Die Schrecken Gottes verstören mich.“ Aber er flucht Gott nicht. Auch wir ken-nen Phasen in unserem Leben, wo wir „mitten in der Asche sitzen“, wo wir kla-gen und uns mit Warum-Fragen quälen. Das Gute und Schöne im Leben dankbar wahrnehmen, das Böse und Schwere im Vertrauen annehmen - zwischen diesen beiden Polen bewegt sich unser Leben, unter Gottes wachsamer Liebe.

Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AJob_Scroll.jpg by Pete unseth [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.