Erbarmt euch derer, die zweifeln.

geschrieben von  Thomas Schamp

Der Judasbrief ist wohl die am wenigs-ten bekannte Schrift des Neuen Testaments. Schon der Name des Verfassers befremdet, weil man unwillkürlich an Judas Iskariot denkt, der Jesus verraten hat. Aber der Judas, der diesen Vers geschrieben hat, ist jemand anderes. Er nennt sich „ein Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus“ und könnte ein Halbbruder von Jesus gewesen sein. Der Judasbrief ist wirklich eine interessante Lektüre - nicht, weil er so schön kurz ist und eine der kleinsten Schriften des Neuen Testamentes. Dieser Text ist vermutlich auch eine der am wenigsten gelesenen Schriften der Bibel.

Zudem ist er ein heftiges Kampfschreiben, was gegen falsche gottlose Wortführer in der Urgemeinde recht polemisch wettert. Die Irrlehrer hält Judas für so gottlos, dass er bei ihnen eine Sinnesänderung nicht mehr für möglich hält. Deshalb richtet er seine ganze Energie und Aufmerksamkeit auf die Gemeinde und ruft dazu auf, mit den Irrlehrern alle Kontakte abzubrechen.
Judas schreibt vermutlich 69 n. Chr. zu einer Zeit, als das Christentum unter schweren politischen Angriffen Roms sowie mit gnostischen Einflüssen gekämpft hat.

Der Monatsspruch richtet sich an diejenigen, die unter den angedeuteten Umständen die Orientierung zu verlieren drohen. Judas bittet um Erbarmen für zweifelnde und unsichere Menschen. Er fordert Mitgefühl und eine klare geistliche Botschaft, dass Jesus der Auferstandene und Erlöser sei.

In diesem Sinne hat der Bibelvers auch für uns heute einen aktuellen Bezug. Viele Menschen haben in unserer pluralistischen Gesellschaft den Bezug zum christlichen Glauben verloren oder verbinden starke Zweifel mit Kirche und Glauben. Hier fordert der Text Erbarmen und Zuwendung, mit dem Ziel die Zweifel zu vertreiben. Das soll unsere Aufgabe als Gemeinde in der Welt und innerhalb unserer Gemeinde sein.

Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Kaulbach_Zerstoerung_Jerusalems_durch_Titus.jpg By Wilhelm von Kaulbach [Public domain], via Wikimedia Commons This work is in the public domain in its country of origin and other countries and areas where the copyright term is the author's life plus 100 years or less.

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Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.