Jauchzet, ihr Himmel, freue dich, Erde!

geschrieben von  Bernhard Thiessen

Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden. (Jes. 49,13) - Dies ist eine grandiose Aufforderung und Ermunterung zum Feiern. Der ganze Kosmos, die Natur, ja, die Schöpfung Gottes, soll ihren Schöpfer und seine großen Taten widerspiegeln in Freude und Fest. Ist es poetisch orientalischer Überschwang? Hatte denn das Volk Israel, zu dem dieser Text im 6 Jh. v.Chr. gesprochen wurde, Grund zum Feiern? Sie waren eben ins Exil geführt worden, hatten Krieg, Tod und Verfolgung erlebt.

Sind nun in der Fremde weit weg vom Tempel und der Heimat. In dieser Not und diesem Schrecken taucht der „Trostprophet“ Jesaja auf und verkündet große Freude, fast als wollte er sagen, wenn Ihr Euch schon nicht freuen könnt, dann sollen wenigsten Himmel, Erde und Berge für Euch zur Freude und für Gott zum Lob werden.

Und wir? Flüchtlinge kommen zu uns, auf der Suche nach Schutz und Geborgenheit. Terroranschläge töten, verlet-zen und erschrecken uns. Immer wieder auch Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Menschen wollen unseren Schutz und unsere Geborgenheit zerstören. Sicherheitskräfte drohen mit der Staatsgewalt, sie wollen Sicherheit und Ordnung garantieren. Viele Menschen sehen Not und helfen anderen Menschen.

Und dann das: Jauchze, freue dich, lobe mit Jauchzen! Kann das gehen? Nicht als Totentanz! Nicht als Ausgelassenheit vor dem Untergang! Aber als dankbares Leben in Gott. Jesaja verkündet Gottes Nähe, Trost und Erbarmen den Elenden seines Volkes. Und wir hoffen im Advent und feiern an Weihnachten Gottes Ankunft in unserer Welt, sein Trost und sein Erbarmen, für uns und alle anderen elenden und bedürftigen Menschen. Das lasst uns feiern mit der ganzen Schöpfung.

Gesegneten Advent und frohe Weihnachten wünscht Bernhard Thiessen.

Bild: Let there be light by am_kaiser - NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von am_kaiser[ღ ஐ .-~*'¨ ¯¨'*·~-.¸ ღ ஐ

 

 

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Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.