Frei, endlich frei!

geschrieben von  Dennis Slabaugh

„Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ 2. Korinther 3,17 „Frei, endlich frei!“ So viele Menschen können in so vielen Situationen es sagen oder zumindest fühlen. Ein Volk, das viele Jahre unter dem Joch des Unterdrückers gelitten hat, erreicht endlich die Unabhängigkeit, und spricht solche Worte aus. Aber: Auch der Verbrecher, nachdem er seine Strafe abgesessen hat, kann es ebenso sagen, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird. Die Ehefrau, die jahrelang von ihrem tyrannischen Ehemann niedergemacht und kleingehalten wurde, kann es laut schreien, wenn die Scheidung endlich durch ist.

Und die Schulkinder können am Ende des letzten Schultags vor den Ferien diese Worte mit großer Freude von sich geben. Was für eine Freiheit meinen sie aber? Immer scheint es eine Freiheit zu sein, die das Ende eines einengenden, unangenehmen Zustand markiert, in dem man gefangen zu sein scheint und das Gefühl hat, zugrunde zu gehen, oder zumindest nicht weiter zu kommen. Eine Vision der Zukunft ist diese Freiheit aber nicht; sie gibt keinen Blick in das, was hoffentlich kommt: eine vielleicht hoffnungsvolle Zukunft.

Wie anders ist es, wenn Paulus von der Freiheit spricht. Er meint natürlich die Freiheit vom Gesetz, aber auch viel mehr als das. Unmittelbar vor unserem Spruch sagt er, dass der Herr und der Geist identisch sind. Wo dieser Geist, der Herr selber, ist, da ist Freiheit, eine Freiheit vom Tod und eine Freiheit, die ein neues Leben macht. Wo der Herr, der Geist, herrscht, da öffnet sich eine ganz neue Welt, in der alles möglich ist: Liebe füreinander, Frieden mit allen und mit sich selbst, Sicherheit in Gottes Händen, eine Zukunft voller Hoffnung. Befreit von allem, was uns belastet, von unserer Schuld, von unserer Wut, vom Drang, uns mit Gewalt durchzusetzen, können wir mit dem Geist des Herrn einen Neuanfang wagen und vieles neu erleben. Der Geist des Auferstandenen nimmt uns an der Hand und zeigt uns, was in unserer Freiheit alles möglich ist. Sind wir bereit mit ihm mit lauter Stimme zu sagen:
„Frei, endlich frei!“?

Foto: 2009-03-22 03-29 Sizilien 088 Palermo, Duomo, Paulus von Allie_Caulfield - Bestimmte Rechte vorbehalten https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

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Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.