Man denkt nur mit dem Herzen gut!

geschrieben von  Bernhard Thiessen

So können wir in Abwandlung eines berühmten Zitats aus dem „Kleinen Prinzen“ von St. Exupéry sagen, wo es heißt: Man sieht nur mit dem Herzen gut! Gott spricht: „Ich schenke Euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch!“ Hesekiel 36, 26a Der Mensch des ersten Testamentes denkt mit dem Herzen, denn nach alttestamentlicher Anthropologie ist das Herz der Sitz des Verstandes und der Weisheit. Die Gefühle sitzen nach damaligem Verständnis in den Knien, das können wir auch nachvollziehen, wenn uns manchmal die Knie schlottern. Das Gehirn hatte damals übrigens keine besondere Funktion.

Und der Geist, den Gott in uns einhaucht, ist das Leben, denn als Gott den Menschen schuf, da nahm er einen Erdklumpen, formte ihn zu einem Menschen, blies göttlichen Lebensodem ein und „so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“, heißt es im 2. Schöpfungsbericht 1. Mose 2,7. Es geht bei unserer Jahreslosung also um nicht weniger als um die Neuschöpfung von uns Menschen. Gott will, dass wir ein lebendiges, neues Herz haben und dass uns sein Geist beim Denken, Lieben und Leben leitet.

So wünsche ich unseren Gemeinden, dass wir in diesem neuen Jahr und in diesen neuen Zeiten immer wieder lernen, mit dem Herzen zu denken, aufeinander zu zugehen, uns als Geschwister wahrzunehmen und so im Geist Gottes unseren Weg zu gehen. Dabei können wir durchaus das Herzensdenken des ersten Testamentes mit dem Herzens-fühlen von uns heutigen Menschen zusammenbringen: Altes Jahr und Neues Jahr; Abschied und Neuanfang; loslassen und neu ergreifen.
Ich wünsche uns mit Worten eines Segens aus unserem Mennonitischen Gesangbuch (Nr. 720) ein gesegnetes Neues Jahr:

„Gott, bleibe uns freundlich zugewandt: Lass uns bewahren, was gut war, und neu ergreifen, was weiterbringt. Lass unser Leben in dir verwurzelt bleiben, damit wir guten Grund haben zum Loben und zum Danken.“

Foto: 2014-06-10_18-38 Love Photography von Frank Weber - Bestimmte Rechte vorbehalten https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/

Gelesen 567 mal

Monatslosung

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.

Kol 4, 6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.