Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein

geschrieben von  Thomas Schamp

Gott spricht dies in Hesekiel 37,27 - Diese Zusage Gottes richtet sich an das Volk Israel und seiner Vereinigung unter den Nationen. Das Volk Israel lebt zu dieser Zeit versprengt in der Fremde. Ähnlich dem Novembergrau liegt über dem damaligen Leben der Menschen um den Propheten Hesekiel eine bleierne Schwere. Was einst zusammen gehörte, ist zerbrochen. Geborsten wie Holz, der Tempel in Jerusalem zerstört. Das Zerbrochene kann wieder heil werden, sagt der Prophet. Er ist die verbindende Mitte. In ihm kommt zueinander, was zusammengehört.

„Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“, spricht Gott. Wir fühlen uns an Gedanken zum kommenden Reich Gottes erinnert. Gott wohnt bei den Menschen. Tränen trocknen. Der Tod hat ausgespielt. Leben breitet sich aus. Wir saugen die tröstenden Worte in uns auf und denken: Wenn´s nur so wäre! Wenn das auch uns gälte! So viel Leid. Wo ist der Gott, der Israel so Großes verspricht? Gilt die Zusage heute noch in unserer komplexen Welt?

Anthony de Mello erzählt folgende Geschichte: Es war einmal eine gläubige und fromme Frau, die Gott liebte. Jeden Morgen ging sie in die Kirche. Unterwegs riefen ihr die Kinder zu. Bettler sprachen sie an, aber sie war so in sich versunken, dass sie nichts wahrnahm. Eines Tages ging sie wie immer die Straße hinab und erreichte gerade rechtzeitig zum Gottesdienst die Kirche. Sie versuchte die Tür aufzudrücken, doch vergebens. Sie versuchte es heftiger, aber die Tür blieb verschlossen. Der Gedanke, dass sie zum ersten Mal in all den Jahren den Gottesdienst versäumte, bedrückte sie. Ratlos blickte sie auf und sah genau vor ihrem Gesicht einen Zettel an der Tür. Auf dem stand „Ich bin hier draußen!“

Altes kann neu werden. Es wird neu, wo Gott mitten unter uns ist – in einem Kind. In einem Bettler. Ein kleiner Sonnenstrahl taucht selbst einen grauen Novembertag in ein bezauberndes Licht.

Foto: Finally the sun von Michael Pollak - Bestimmte Rechte vorbehalten

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Monatslosung

Und siehe, es sind Letzte, die werden die
Ersten sein, und es sind Erste, die werden
die Letzten sein.

Lk 13, 30

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.