Es ist vollendet

geschrieben von Markus Hentschel

Der letzte Satz Jesu am Kreuz, wie ihn das Johannes-Evangelium überliefert: „Es ist vollendet.“ (Johannes 19,30) Der Satz ist so gemeint, wie er sich anhört: „Alles ist gut! Was ich begonnen habe, habe ich zu Ende gebracht!“ Jesus geht bis zum Schluss den Weg der Liebe gegen den Weg des Hasses. Am Kreuz noch sieht er seine Mutter – allein, im Schmerz. Er sieht den namenlosen Jünger, den er liebt, allein, im Schmerz. Und verweist beide aneinander. Ein letzter Akt der Liebe: Getrenntes verbinden, Schmerz lindern, Trauernde trösten.

Die Welt des Hasses hat alles daran gesetzt, die Liebe Jesu zu zerstören und Jesus zum Schweigen zu bringen. Die Strategien des Hasses und der Gewalt sind heute nicht wesentlich anders geworden: isolieren, demütigen, verspotten, verleumden, wenn nötig foltern und beiseite schaffen. Ich höre den letzten Satz Jesu im Johannes-Evangelium darum vor allem als einen Satz des Widerstandes: „Ihr wolltet mich mundtot machen. Ihr wolltet mich klein kriegen. Ihr wolltet mich brechen. Ihr wolltet, dass ich die Liebe verlasse. Ihr wolltet, das ich selber hasse!.“

Aber Jesus schweigt nicht, und hasst nicht, er ist nicht gebrochen. Gegen allen Augenschein wiederholt er vielmehr, was Gott am sechsten Schöpfungstag sagt und womit er seine Schöpfung vollendet: „Es war sehr gut.“ Ja, die Welt des Hasses, des Misstrauens, des Krieges hat die Waffen auf ihrer Seite. Die Welt des Krieges möchte dementieren, was Gott gesagt hat und was Jesus angesichts seines Todes erneuert, bestätigt, der Gewalt widerstehend ausspricht: Dass es gut ist zu leben. Dass Leben aus der Güte Gottes kommt. Der Krieg möchte diese Güte Lügen strafen. Der Hass sagt: „Seht, das Leben ist ein Dreck und Dreck wert!“

Das Johannes-Evangelium geht davon aus, dass die Sache Jesu weiter geht. Dass seine Liebe weiter wirkt. Dass wir lieben. Dass wir unsere Liebe und unseren Willen zum Leben mit Gott uns nicht kaputt machen lassen. Dazu müssen wir keine Helden sein, sondern nur aufrecht. Darin können wir einander beistehen: Dass wir Ja sagen zur Güte, zur Güte, auch wenn sie schwach ist. Denn sie ist vollends gut.

 

Foto: Hate von Lydia - Bestimmte Rechte vorbehalten

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Monatslosung

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offenbarung 21, 2

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung angedacht ist. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem - derzeit ruhenden - Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.

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