Manchmal bin ich so richtig sauer – auf mich und die Welt. Früher bin ich dann richtig hart ins Gericht gegangen mit Gott. Ich habe meiner Wut Ausdruck verliehen. Heute mache ich das eher weniger. Wütend zu sein auf Gott, das bringt doch nichts. Außerdem habe ich dann ein schlechtes Gewissen. Andererseits; geht nicht auch Gott mit uns manchmal – oder später einmal hart ins Gericht. Und haben sich nicht auch die Psalmisten hart über Gott geäußert und geklagt und geschrien. Aber sie hatten ja nun auch wirklich Grund dazu – denke ich: Was die alles durchmachen mussten…was für Schicksale die hatten…!

Jesus ist gekreuzigt, er wurde gefoltert und hingerichtet – tot ist der „König der Juden“. Die römischen Besatzer haben es geschafft, diesen Aufrührer zur Strecke gebracht. Dieses Kapitel sollte für sie nun am Ende sein. - Doch es kommt anders als erwartet. Gerade in diesem Moment bestätigt einer der beteiligten Soldaten: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ (Mt 27,54) Diese Einsicht kommt reichlich spät, denn gestorben ist der Menschensohn bereits. Warum ist es gerade der ungläubige Büttel der Römer, der als erster die neue Geschichte in Gang bringt?

Das sagte man, wenn früher eine Familie sehr viele Kinder hatte und sie der Größe nach aufgestellt waren. Jetzt wissen wir, wo dieser Ausspruch herkommt. Bei unserm letzten Eltern-Kind-Treffen hat Kilian Foth, der bei uns seit 28 Jahren die Orgel spielt, den Kindern und Erwachsenen einen Blick auf, in und hinter die Orgel gewährt. Und dann sah man sie, aufgereiht der Größe nach, Orgelpfeifen aus Holz, aus Zinn und aus anderen Legierungen. Die Augen nicht nur der Kinder waren groß, es sollte ja auch nur geschaut werden und natürlich gehört, wenn Kilian „alle Register zog“.

„Nobiscum Deus“ – „Gott mit uns“ war der Schlachtruf des späten römischen Reiches. „Gott mit uns“ war seit dem 18. Jahrhundert der Wahlspruch des preußischen Königshauses und der Deutschen Kaiser. „Gott mit uns“ war eingraviert auf den Koppelschlössern der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg. „Gott mit uns“ denkt einer, der im 21. Jahrhundert auszieht, um gegen das „Böse“ in der Welt zu kämpfen und seine eigene Gerechtigkeit walten zu lassen. „Gott mit mir“ denkt eine, die mit Ihrem Glauben die Abwertung anderer rechtfertigt – Andersdenkende, Anderslebende, Andersgläubige.

Im Grundgesetz heißt es „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und in der Menschenrechtserklärung im Artikel 1 „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie (…) sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ – Wie schön! - Und trotzdem werden Flüchtlingsheime in Brand gesetzt und in Großdemonstrationen der Pegida-Bewegung gegen Flüchtlinge mobil gemacht. Mir macht nicht die angebliche Islamisierung Angst, sondern eher umgekehrt Bewegungen wie diese.

Der Prophet gibt uns ein Versprechen: Alles wird gut – aber er verrät uns hier nicht wann das sein wird und welche Schritte bis dahin noch zu machen sind. In anderen Versen des Jesaja-Buches macht er aber immerhin klar, wer es gut werden lässt: das kann Gott allein. Das heißt für ihn aber nicht, dass wir Menschen uns aufgrund unser Machtlosigkeit zurücklehnen sollen – wer die vielen Drohworte am Anfang des Buches kennt, der weiß: der Mensch soll einiges tun und vieles lassen, damit auf ödem Land Lilien blühen können.

„Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!“ Jesaja 1, 17 - Dieser Vers in der Bibel ist eine moralische Anleitung zur Gottesfurcht – in Jesaja lautet die Bezeichnung sogar „zum richtigen Gottesdienst“. Wer kann da nicht nicken und einverstanden sein, dass ChristInnen, ja, alle religiös und ethisch verantwortungsbewussten Menschen solche Worte ernst nehmen sollen. Es ist bis heute eine Frage geblieben, was denn richtiger Gottesdienst sein soll. Die einen entscheiden sich für die Abwendung von der Gesellschaft und fokussieren auf endzeitliche und paradiesische Erwartungen.

100 Jahre Kirchengebäude und Gemeindesaal: Am 12. September 2015 wollen wir an der Langen Nacht der Kirchen teilnehmen und am Sonntag, den 13. September wollen wir ein Fest mit der Nachbargemeinde feiern. Am darauffolgenden Wochenende soll dann am 19. September eine Begehung des Ortes unserer alten Kirche auf St. Pauli stattfinden, abends veranstalten wir das mennoFORUM und am Sonntag, den 20. September 2015 um 14 Uhr soll der offizielle Festgottesdienst mit Gästen von auswärts gefeiert werden. In der Woche dazwischen mag es auch noch die eine oder andere Veranstaltung geben.

Es war das 7. Treffen des Freundeskreises II (FK2) der Mennonitischen Jugend Nord-deutschland (MJN), wie in den letzten Jahren wieder zeitlich parallel und in großer räumlicher Nähe zum „Menno Treff XXL“ (dem früheren Herbstjugendtag der MJN) in Hannover. Ein Kreis von Erwachsenen, die sich die Förderung der Jugendarbeit unter den Mennoniten Norddeutschlands zum Ziel gesetzt haben und die selbst der MJN viel verdanken, an deren Freizeiten die meisten von ihnen einst teilnahmen.
Neben dem Austausch und der Gemeinschaft geht es bei diesen Treffen immer auch um thematische Arbeit, diesmal unter Anleitung von Bernhard Thiessen, Pastor der Hamburger Mennonitengemeinde.

Salomo, der Königssohn, steht vor einer riesigen Aufgabe. Sein Vater David befiehlt ihm, dem Gott Israels einen Tempel zu bauen. David selbst hatte schon sehr viel Material herbeigeschafft, aber es sollte nicht seine Aufgabe sein, dem Tempel letztlich zu bauen; sein Sohn sollte das große Werk vollbringen. Welche Herausforderung für Salomo! Aber sein Vater David steht hinter ihm; ermutigende Worte, prophetisch gefärbte Gottesworte, spricht er ihm zu. Die Macht des Vaters neigt sich dem Ende zu, aber er wird darüber nicht bitter, sondern gibt seine Macht und Verantwortung an den Sohn.

Monatslosung

Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden

Lukas 24, 5-6

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.