Texte

„Nobiscum Deus“ – „Gott mit uns“ war der Schlachtruf des späten römischen Reiches. „Gott mit uns“ war seit dem 18. Jahrhundert der Wahlspruch des preußischen Königshauses und der Deutschen Kaiser. „Gott mit uns“ war eingraviert auf den Koppelschlössern der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg. „Gott mit uns“ denkt einer, der im 21. Jahrhundert auszieht, um gegen das „Böse“ in der Welt zu kämpfen und seine eigene Gerechtigkeit walten zu lassen. „Gott mit mir“ denkt eine, die mit Ihrem Glauben die Abwertung anderer rechtfertigt – Andersdenkende, Anderslebende, Andersgläubige.

Im Grundgesetz heißt es „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und in der Menschenrechtserklärung im Artikel 1 „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie (…) sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ – Wie schön! - Und trotzdem werden Flüchtlingsheime in Brand gesetzt und in Großdemonstrationen der Pegida-Bewegung gegen Flüchtlinge mobil gemacht. Mir macht nicht die angebliche Islamisierung Angst, sondern eher umgekehrt Bewegungen wie diese.

Der Prophet gibt uns ein Versprechen: Alles wird gut – aber er verrät uns hier nicht wann das sein wird und welche Schritte bis dahin noch zu machen sind. In anderen Versen des Jesaja-Buches macht er aber immerhin klar, wer es gut werden lässt: das kann Gott allein. Das heißt für ihn aber nicht, dass wir Menschen uns aufgrund unser Machtlosigkeit zurücklehnen sollen – wer die vielen Drohworte am Anfang des Buches kennt, der weiß: der Mensch soll einiges tun und vieles lassen, damit auf ödem Land Lilien blühen können.

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Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.