Texte

Das sagte man, wenn früher eine Familie sehr viele Kinder hatte und sie der Größe nach aufgestellt waren. Jetzt wissen wir, wo dieser Ausspruch herkommt. Bei unserm letzten Eltern-Kind-Treffen hat Kilian Foth, der bei uns seit 28 Jahren die Orgel spielt, den Kindern und Erwachsenen einen Blick auf, in und hinter die Orgel gewährt. Und dann sah man sie, aufgereiht der Größe nach, Orgelpfeifen aus Holz, aus Zinn und aus anderen Legierungen. Die Augen nicht nur der Kinder waren groß, es sollte ja auch nur geschaut werden und natürlich gehört, wenn Kilian „alle Register zog“.

„Nobiscum Deus“ – „Gott mit uns“ war der Schlachtruf des späten römischen Reiches. „Gott mit uns“ war seit dem 18. Jahrhundert der Wahlspruch des preußischen Königshauses und der Deutschen Kaiser. „Gott mit uns“ war eingraviert auf den Koppelschlössern der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg. „Gott mit uns“ denkt einer, der im 21. Jahrhundert auszieht, um gegen das „Böse“ in der Welt zu kämpfen und seine eigene Gerechtigkeit walten zu lassen. „Gott mit mir“ denkt eine, die mit Ihrem Glauben die Abwertung anderer rechtfertigt – Andersdenkende, Anderslebende, Andersgläubige.

Im Grundgesetz heißt es „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und in der Menschenrechtserklärung im Artikel 1 „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie (…) sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ – Wie schön! - Und trotzdem werden Flüchtlingsheime in Brand gesetzt und in Großdemonstrationen der Pegida-Bewegung gegen Flüchtlinge mobil gemacht. Mir macht nicht die angebliche Islamisierung Angst, sondern eher umgekehrt Bewegungen wie diese.

Tucholsky Quartier

Unsere Kirche liegt am Rande des Quartiers, dessen Neuplanung gerade läuft. Informationen dazu finden Sie auf dem Blog des Bezirksamtes Altona unter www.tucholsky-quartier.de. Auch wir beteiligen uns an dem spannenden Entwicklunsgprozess.

 

Wir in Hamburg-Altona

Schon 1601 erlaubte Graf Ernst von Schauenburg den aus den Niederlanden geflohenen, in dem damals kleinen Ort Altona eine Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen. In der Blütezeit der Gemeinde im 17. und 18. Jahrhundert zählten viele Kaufleute, Reeder (Walfang), Unternehmer und Handwerker zu den Mennoniten. Unsere erste Kirche (Große Freiheit) brannte 1713 im Schwedenbrand nieder und wurde durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. 1915 wurde die neue Kirche der Mennonitengemeinde an der Mennonitenstraße in Altona-Nord eingeweiht, die uns seitdem als Versammlungsort dient.