Wir alle kennen eine Schere. Sie erscheint in verschiedenen Formen, je nachdem wie sie angewendet wird, hat aber immer dieselbe Grundform: zwei sich gegeneinander bewegende Klingen mit Schneiden, die zusammengedrückt werden und das Schneidgut trennen. Einige von uns benutzen eine Schere jeden Tag; alle haben bei Gelegenheit eine zur Hand.
Im 8. Jahrhundert v. Chr. gab es eine Form der Schere, die es bei uns leider auch noch gibt. In Israel wurden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Distanz zwischen Arm und Reich wurde immer größer, wie die Spitzen einer Schere sich auseinander spreizen. Es herrschte eine Wirtschafts- oder Einkommensschere, eine zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit. Eigentlich konnte das nicht sein, zumal Gottes Gesetze und alle Propheten dagegen sprachen. Trotzdem wurde die Situation immer schlimmer.
So stand der Prophet Amos auf. Er verkündete Gottes Wort in einer klaren und unmissverständlichen Sprache. Gott sieht, was geschieht und bleibt nicht untätig. Gott wird kommen und den Armen zu ihrem Recht helfen. Gott wird die Gerechtigkeit zwischen den Menschen wieder herstellen. Mit anderen Worten: Gott wird den Bund zwischen sich und seinem Volk aufrechthalten. Alle, die zum Volk Gottes gehören, sollen in Frieden wohnen und die Gaben der Erde und den Ertrag der Arbeit gemeinsam genießen. Und so sollen das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach durchs Land strömen.
In unserer Welt wird der Bund in Jesus Christus zwischen Gott und uns immer wieder ignoriert. Was tun? Gottes Recht hochhalten und Gottes Gerechtigkeit üben! Wir sind aufgerufen, dies zu tun. Hören wir Gottes Ruf?
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