Vielleicht haben Sie die Bronzeskulptur gesehen, die seit 1959 im Garten des UNO-Gebäudes in New York steht. Abgebildet ist ein sehr muskulöser Mann, der dabei ist, mit einem Hammer eine Pflugschar aus einem Schwert zu schmieden. Das Werk wurde von Jewgeni Wutschetitsch geschaffen und dann der UNO von der Sowjetunion geschenkt, erstaunlicherweise als Zeichen des Abrüstungswillens der UdSSR.
Hinter dieser Skulptur steht unser Monatsspruch aus Jesaja 2 (er ist auch in Micha 4 zu lesen). Er ist Teil einer Vision, die Jesaja zuteil wurde. In dieser Vision wird Gott Recht unter den Nationen etablieren. Es wird nur dieses eine Recht geben, und niemand wird sich dadurch benachteiligt fühlen. Dann werden sie nicht mehr Krieg gegeneinander führen, und nicht einmal Krieg lernen (wollen).
Was ist aber das Recht, das Gott einführen und fest unter den Nationen verankern will? Gemeint sind nicht Gesetze, sondern etwas Anderes. In seiner Vision sieht Jesaja den Berg Zion, auf dem das Haus Gottes steht. Alle Völker strömen zu ihm, alle Völker kommen zusammen, um eins zu erfahren: „Er soll uns seine Wege lehren“ (v. 3). Gottes Wege sind das Recht.
Auch eine Vision stellt uns Fragen. Kennen wir Gottes Wege? Wenn nicht, dann versuchen wir nicht zumindest Gottes Wege zu erkennen und zu verstehen? Versuchen wir, Gottes Wege, wie sie in Jesus Christus sichtbar werden, mitzugehen? Überhaupt: Sind wir bereit, Gottes Wege auch unsere Wege werden zu lassen? Erst dann wird es keine Schwerter mehr geben, und erst dann wird niemand Krieg lernen wollen.
Foto: Yevgeny Vuchetich Sculpture: Let Us Beat Swords into Plowshares, United Nations Headquarters, New York, NY, USA“ von Mark D, CC BY-NC 2.0