Dann legte Adonaj (Gott) einen Garten an – im Osten, in der Landschaft Eden. Dorthin brachte er den Menschen.
1 Mose 2, 8

Peer Asmussen

Bei diesen kalten Temperaturen und angesichts der schweren Umstände, in denen wir uns befinden, fällt es vielleicht nicht immer leicht, sich einen blühenden Garten vorzustellen. Im September haben wir einen Ausflug in die Gartenausstellung „Arboretum“ in Ellerhoop gemacht.

Obwohl es Herbst war, hat mich dieser Garten beeindruckt. Immer wieder stieg der Gedanke in mir auf: Vielleicht war der Garten Eden so ähnlich, aber bestimmt noch schöner. Warum wird in der Schöpfungserzählung das Motiv eines Gartens benutzt, den Adonaj für den Menschen schafft und in den Gott uns Menschen hineinbringt?

Für die ersten Hörer:innen dieser Erzählung muss das eine ungeheure Strahlkraft gehabt haben, denn Gärten kannte man zu dieser Zeit kaum. Nur sehr mächtige Könige in Ägypten oder Persien hatten die Ressourcen und auch das Recht einen Garten anzulegen. In den Schöpfungserzählungen der damaligen Zeit wird berichtet, dass die Götter sich einen Garten angelegt haben. Da die Götter sich darum stritten, wer die Gartenarbeit erledigen solle, schufen sie die Menschen, die diese Arbeiten erledigen sollten. Für die normalen Menschen waren Gärten also etwas Fantastisches, Unerreichbares. Die Gärten der Könige waren keine öffentlichen Parks, wie wir es heute kennen.

Die biblische Schöpfungserzählung distanziert sich radikal von einem solchen Götter- und Herrschaftsverständnis. Hier schafft Adonaj einen Garten, der für alle Menschen da sein soll. Gott schafft den Garten nicht für sich selbst, sondern für andere. Und es wird reichlich gegeben: verlockende Früchte, Gold, Harz und Edelsteine. Es wird dem Menschen sogar aufgetragen, den Garten zu bearbeiten und zu bewahren. Wir bekommen also Freiheit und Verantwortung gleichermaßen übertragen. Aber wir Menschen gehen mit der Freiheit und der Verantwortung nicht gut um. Dies meint die Erzählung vom Sündenfall. Jede:r von uns wiederholt ihn jeden Tag aufs Neue und daran krankt die Schöpfung. Aber: wir haben die Freiheit den Garten zu gestalten und Dinge zu verändern. Unsere Verantwortung ist es, dass alle Menschen gleichen Anteil an den Früchten erhalten und der Garten auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt. Daran mögen wir auch immer wieder scheitern. Aber ist es nicht noch schlimmer, sich gar nicht erst auf den Weg zu machen?

„… ich wünsche, dass es dir in allen Stücken gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht.“
Brief des Johannes, Vers 2

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