„Ihr seid von Gott gekauft. Werdet nicht Sklaven von Menschen!“ 1 Kor 7, 23

Markus Hentschel

Paulus verwendet ein widersprüchliches Bild, um auszusagen, dass Gott Menschen befreit.

Paulus verwendet für Gott das Bild eines Menschen, der Sklaven kauft und sie damit zu seinem Eigentum macht. Denn Sklaven waren zu Paulus Zeit Eigentum des Käufers. Sie galten als Sachen, nicht als Personen. Mit einem Bild größter Unfreiheit beschreibt Paulus Freiheit.

Gott befreit mit seinem Kauf Menschen aus Verhältnissen, in denen sie nicht als Personen, sondern als Sachen gelten. Er macht sie von Sachen zu Personen. Und er ermöglicht ihnen, solidarisch ihr Leben nach seinen lebensdienlichen Geboten zu führen. Denn Gott ist gerade niemand, der Menschen wie Sachen behandelt.

Das anstößige Bild für Gott als befreiender Sklavenhalter kann heute vielleicht zwei sehr unterschiedliche Perspektiven eröffnen. Zum einen: Offiziell ist die Sklaverei weltweit abgeschafft und verboten. Das halten sich moderne Gesellschaften im Gegensatz zur Antike zu gute. Die Wirklichkeit sieht anders aus. „Formen moderner Sklaverei sind politische Gefangenschaft, Kinderarbeit, Zwangsprostitution, Rekrutierung von Kindersoldaten sowie die klassischen Formen der Leibeigenschaft und wirtschaftlichen Ausbeutung.“ Die Zahlen schwanken zwischen 12 und 40 Millionen Menschen.
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Das anstößige Bild von Gottes Befreiung gibt also Anlass zur Frage: Wo werden Menschen heute immer noch – auch in unserer Gesellschaft und durch ihr wirtschaftliches Handeln global – zur Sache gemacht und nicht als Personen angesehen?

Zum anderen: Mit wieviel Freude, Phantasie, Engagement und Herzblut ergreifen wir die von Gott eröffnete Möglichkeit, Gottes Ruf zu folgen und zu leben. Was lassen wir es uns kosten, nicht käuflich zu sein? Was lassen wir es uns kosten, Personen zu sein? Personen, die nicht den angeblich alternativlosen Gesetzen des Marktes gehorchen, sondern den Geboten Gottes folgen und damit sich und anderen ein Leben im Frieden bereiten?

Der Engel Gottes berührte Elia und sprach: iss, denn der Weg, der vor dir liegt, ist weit.
1 Könige 19,7

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