„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“
Apostelgeschichte 5, 29

Markus Hentschel

Sagt Petrus dem Vorsitzenden des höchsten zuständigen Gerichtes, als der ihm zuvor darlegt: „Wir haben euch streng verboten, in Jesu Namen zu lehren.“

Ungehorsam stört – die Autoritäten.

Meine erste Begegnung mit Russlanddeutschen Brüdergemeinden als Schulreferent in Paderborn war die mit Eltern, die ihre Kinder der Schulpflicht entzogen. Die Schulen in Deutschland führten die Kinder – so die Eltern – weg von Gott. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Ungehorsam stört – die Autoritäten.

Der deutsche Staat geht regelmäßig gegen Personen aus Kirchen vor, die Flüchtlingen Kirchenasyl gewähren. „Freispruch für Bruder Abraham Sauer, der in der unterfränkischen Abtei Münsterschwarzach Kirchenasyl gewährt hatte. Der Angeklagte habe zwar rechtswidrig ‚Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt ohne erforderlichen Aufenthaltstitel‘ geleistet, so das Kitzinger Amtsgericht, jedoch habe er sein Handeln auf Glaubens- und Gewissensgründe gestützt. Die Staatsanwaltschaft will indes noch prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegt.“ (SZ-online vom 27.4.2021)

Auch der Rechtsstaat in Deutschland duldet die Berufung auf den Gehorsam Gott gegenüber nicht, wenn es um den Gesetzesgehorsam geht.

Aber: auch wenn Ungehorsam um Gottes willen stört – ohne ihn gibt es keinen zivil-gesellschaftlichen Fortschritt. Denn Ungehorsam macht deutlich, dass menschliche Gesetze fehlbar und verbesserungsbedürftig sind. Jede staatliche Ordnung nämlich tendiert dazu, sich für ewig zu halten.

Darum ist aus meiner Sicht die Tradition des täuferischen Nonkonformismus zukunftsweisender als die andere täuferische Tradition der Anpassung um der Anerkennung willen.

Ungehorsam stört – auch weil er zu Streit und Diskussionen führt. Aber Streit ist besser als falscher Friede. Petrus jedenfalls belässt es nicht bei schweigendem Ungehorsam, sondern legt seine Motive immer wieder argumentativ dar.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen – aber dies auch erläutern und begründen können.

Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns.
Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apg. 17, 27+28

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