Ich bin überzeugt, dass das Leiden sein Gewicht verliert

Marius van Hoogstraaten

Ich bin überzeugt, dass das Leiden, das wir jetzt! zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfahren, im Schein der göttlichen Klarheit, die sich an uns offenbaren wird, sein Gewicht verliert. Röm 8, 18 (Übersetzung Bibel in gerechter Sprache) Jetzt! Die Übersetzung setzt ein Ausrufezeichen, um das griechische tou noun kairou zu übertragen.

Die Intensität des Leidens, von dem Paulus spricht, verzerrt die Zeit und überschattet alles andere. Es scheint nur noch das Jetzt zu geben. Trauer, Schmerz und Angst können so überwältigend sein, dass sie das gesamte Universum füllen und bestimmen. Wir sehen keine Zukunft mehr, und das Gute, das war, scheint unendlich weit weg. Aber Paulus ist überzeugt (und ich mit ihm) dass das Leid dieser Zeit, und jeder Zeit, in der Menschen das Sagen haben, nicht das letzte Wort haben wird. Es kommt noch etwas, auch wenn es manchmal schwer zu sehen ist:

Der Schein der göttlichen Klarheit – wenn Gott Alles in Allem sein wird. In diesem Schein, denkt (logizomai, ein sehr alltägliches und demütiges „schätzen“) Paulus, werden wir zurückblicken und feststellen, dass das Leiden, das das gesamte Universum zu füllen schien, dies nicht mehr tut. Dass es nicht mehr auf unseren Schultern drückt, wie es einmal tat.

Es geht dabei nicht darum, dass wir nachträglich Einsicht bekämen in eine große Berechnung, die uns erläutern würde, warum es alles notwendig war. Das Leid, das wir litten, ist wörtlich übersetzt „nicht zu vergleichen“ mit der göttlichen Klarheit. Und ich denke, da hat Paulus etwas ganz wesentliches erkannt: Trauer, Angst, und Schmerz sind oft nicht kalkulierbar. Es ist immer diese Trauer, dieser Schmerz, diese Angst. Im Schein der göttlichen Klarheit wird diese Einzigartigkeit nicht ausgelöscht, sondern eingesammelt (Ps 56,9) – wird aufgenommen in Gottes versöhnende Umarmung.

Macht euch dieses klar, meine lieben Schwestern und Brüder: Jede und jeder von euch sei schnell zum Zuhören bereit, zögere jedoch mit dem Reden und dem Zürnen.
Jak. 1,19

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