Es ist keiner wie du und kein Gott außer dir

Markus Hentschel

Das Bekenntnis zur Einzigkeit, zur Größe und zur Macht Gottes ist schillernd. Es ändert seine Bedeutung, je nachdem wer es in welcher Absicht spricht.

Wenn ein Herrscher es spricht, kann es leicht als Legitimation der Herrschaft verstanden werden: „So einzig und mächtig wie der Gott, den ich bekenne, bin auch ich.“

Wenn ein Mensch voller Hass, ein religiöser und politischer Fundamentalist, ein solches Bekenntnis spricht, wird es zur Begründung dafür, Menschen anderen Glaubens töten zu dürfen.

Für einen gedemütigten Menschen ist das Bekenntnis zur Größe Gottes die Anrufung der einzigen Macht, durch die der Gedemütigte seine Würde gewahrt sieht.

Auch König David, der dieses Bekenntnis in 2 Sam spricht, möchte an Gottes Macht teilhaben. Er möchte Gott einen Tempel bauen. Dort will er Gottes Macht bündeln. Gott weist dieses Ansinnen zurück – und erinnert David daran, dass er ein freier und befreiender Gott ist – ein Gott der Befreiung des ganzen Volkes.

Gottes Einzigkeit zu bekennen mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft (Dtn. 6, 5) bedeutet für mich: mich auszurichten auf Gott, der „ein barmherziger und gnädiger Gott ist, langmütig und reich an Huld und Treue.“ (Ex 34, 6).

Gott geht gnädig mit dem ganzen Menschen um. Er konzentriert Menschen auf sich hin, er lässt sie nicht zersplittern in viele unterschiedliche Kräfte, Erlebnisse und Wünsche, sondern eint die unterschiedlichen Seiten eines jeden Menschen, seine freundlichen und seine abgründigen. Gott geht gnädig um mit dem ganzen Menschen: nichts an uns ist so verwerflich, dass es von Gott endgültig getrennt wäre.

Gott geht gnädiger mit uns um als wir oft mit uns selbst: wir spalten Unangenehmes von uns ab; zerstreuen uns, wenn wir uns zu viel werden; wollen Untugenden „in den Griff kriegen“.

Dem einzigen Gott aber ist nichts menschliches fremd.

Macht euch dieses klar, meine lieben Schwestern und Brüder: Jede und jeder von euch sei schnell zum Zuhören bereit, zögere jedoch mit dem Reden und dem Zürnen.
Jak. 1,19

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