Jede und jeder von euch sei schnell zum Zuhören bereit, zögere jedoch mit dem Reden und dem Zürnen.

Marius van Hoogstraaten

Die Monatslosung aus dem Jakobusbrief scheint mir ein ganz vernünftiger Ratschlag. Vielleicht ist es einer, den manche von uns mehr hören müssen als andere: Ich selber bin mir jedenfalls sicher, dass ich einige komplizierte Situationen in meinem Leben hätte umgehen können, wenn ich etwas besser zugehört hätte und nicht sofort angefangen hätte, zu reden. Dabei ist es gar nicht einfach, in der Mitte eines erhitzten Streites mit einer anderen Person solchen Ratschlägen zu folgen, und wohl besonders schwierig, dies ohne passive Aggressionen zu tun.

Aber der Ratschlag des Jakobus ist auch aus einem weiteren Grund schwierig. Denn ihn nehmen, vermute ich, vor allem die Menschen zu Herzen, die ohnehin schon dazu neigen, sich klein zu machen, und nicht die, die ihn wirklich hören müssten: Die von uns, die gewohnt sind, dass andere schweigen, wenn wir reden, und dass unsere Meinung nicht allzu sehr infrage gestellt wird. Im Sinne des Jakobusbriefes (z.B. Vs 9-10) soll es aber genau andersherum sein: Wer viel redet, mag das Hören lernen, und wer sich klein macht, möge sich die eigene, von Gott gegebenen Größe zutrauen.

Denn das Hören und das Gehört-Werden wurzeln, so Jakobus, beide in der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen – das heißt, unseres Gegenübers, aber auch unserer selbst. Wenige Zeilen später benutzt Jakobus dafür ein besonderes Bild: Wer hört, aber nicht wirklich hört – das heißt, nicht wirklich „in die Tat umsetzt“ (Vs 22) – ist „wie Menschen, die ihr Gesicht, von Gott geschaffen, im Spiegel betrachten, und kaum dass sie sich umdrehen, schon vergessen haben, wie sie beschaffen sind“ (Vs 23-24).

In diesem Sinne wünsche ich einen wunderschönen Sommer!

Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub stehen. Hiob 19,25

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